Der 5. Bauabschnitt
ist beendet

Mit dem Einsetzen der beiden 25.8 m langen Stahlruten in den gusseisernen Wellenkopf und der Montage der vier Flügelgatter aus skandinavischem Lärchenholz hat sich das Vereinsmotto "Die Flügel sollen sich wieder drehen" erfüllt. Nachdem seit 1916 zuletzt mit Windkraft gemahlen wurde, ist nun exakt 100 Jahre später der alte Zustand wieder hergestellt.

Der Mühlenverein Lohmühle wird gefördert von der:

NRW-Stiftung

Mühlenlexikon

beim Mühleverein lohmühle in Duisburg-Baerl

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...dann stöbern Sie hier in unserem Mühlenlexikon und erfahren Sie alles über die Mühle von A-Z.


A

Abreibmühle
Eine Maschine zum Reinigen des Getreides.

Absackstutzen
Ist ein Stutzen ,der am Ende eines Laufrohres sitzt, und an dem mittels einer Lederschnalle, Haken oder eines Holzkeils ein Sack befestigt wird.

Achsenkopf
"Assenkopp" nennt man das aus der Sturm oder Hinterseite der Windmühle herausragende Ende der Flügelwelle mit dem zur Aufnahme der Bruststücke dienenden Wellkopf und der Mechanik für die Regulierung der Jalousieklappen.

Achtkant
Rumpf einer Holländermühle

Achtkantständer
Siehe Eckständer

Ausmahl- Maschine
Maschine zum vollständigen vermahlen von vorgebrochenen Getreide, Grieß, Kleie usw.

Aspirateur
Reinigungsgerät in vielerlei Varianten, das durch angesaugte Luft das Mahlgut sortiert und vor allem sauber entstaubt.

Ausstreifen
So nennt der Müller die Beförderung des Mahlgutes vom Steinauge über die Mahlbahn durch die Steinfurchen bis über den Rand des Steinpaares.

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B

Bärenmühle
Die auf einer Festungsmauer oder einem Festungsturm errichteten Turmmühlen, deren Gebäude leicht konisch oder kegelförmig, auch turmartig errichtet waren. Wegen ihrer merkwürdigen Sillhouette nannte man sie auch kurz: Bären.

Bartbrett (auch Schneebrett)
Unter dem Halsblock der Kappe als Schutz gegen Schnee und Regen, der sonst zwischen den Fugbalken in die Kappe wehen würde. Gelegenheit für Müller und Mühlenbauer, Namen, Jahreszahlen und Zierformen anzubringen. Häufig ist es möglich, anhand des Bartbretts den Mühlenbauer zu bestimmen.

Beutelkiste
Erste mechanische Vorrichtung zum Aussieben des Mehls. Das Mahlgut lief in einen lose und schräg aufgehängten Beutel aus feinen Tuch. Mittels eines Schlägers wurde das feine Mehl aus dem Beutel herausgeschlagen. Im Holsteinischen auch Franzkiste genannt. Später durch Sichter mit starren Siebtrommeln, bespannt mit Seidengaze, verdrängt

Billhammer
Werkzeug zum Schärfen des Mühlsteins BodensteinUnterer Mühlstein, der fest auf dem Boden ruht

Bremse (auch Paß, Fang, oder Presse)
Wichtiger als das Flügelkreuz ist bei der Windmühle die Bremse. Anders als eine moderne Windkraftanlage darf eine Mühle nicht unbeaufsichtigt laufen. Sie muss bei Betriebsruhe "gebremst" sein. Das Kammrad stellt auf seiner Stirnseite die Bremsfläche, die von einem Eisenband oder Segmenten aus Holz umschlossen wird. Mittels eines Systems aus Gewichten und Hebeln kann die Bremse gelöst und geschlossen werden.

Bremsrad
Siehe Kammrad

Bruststück
Bei einer dreigeteilten Rute der innere Balken, der im Wellkopf verkeilt wird. Aus ausgesuchten Holz, seit 1898 auch aus Eisen.

Bütte
Auch Wanne, Zarge oder Steinsarg genannt. Zylindrische, schützende Holzkästen, mit denen Mahl- und Schrotgang auch aus Sicherheitgründen umkleidet sind.

Bunkel /Bunkler
Getrieberad, Gegenstück zum Kammrad, Durchmesser = 1,2 - 1,5 Meter

Bürstmaschine
Reinigungsmaschine; reinigt durch seine Bürsten den Staub und Dreck aus den feinen Riefen der Getreideschale.

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D

Dreiangel, Haue
Dreiarmiges Eisenstück das auf dem Mühleisen sitzt und den Läufer trägt.

Drilling
Getriebeteil mit Stecken, in die die Zähne eines Kammrades eingreifen.

Druck
In der Ölmühle die Menge , Pressgut die auf einmal verarbeitet werden kann.

Durchlaufwaage
In Einheiten einzustellende Waage, füllt bei der Anlieferung einen Kübel mit z.B. 100Kg Getreide, wird dann automatisch ausgeschüttet und in den Silo oder Mähdrescherreinigung weitergeleitet, nach der kompletten Anlieferung werden dann nur noch die Anzahl der ausgeschütteten Kübel an der Waage ablesen und zusammenrechnet. Z.B. 48x100Kg=4800Kg/4,8t .

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E

Ecklisene
Pfeilerartiger Mauerstreifen. Häufig an den Ecken der gemauerten Unterbauten der Holländermühlen zur Verstärkung und Wandgliederung

Eckständer
Acht Eckständer bilden zusammen mit den Verbindungshölzern den Rumpf einer Holländermühle.

Elevator
Becherwerk nach dem Paternostersystem. Erfindung des amerikanischen Mühlenbauers Oliver Evans um 1790. Die ersten Becher bestanden aus Leder, ab 1860 aus Blech. Diese geniale Idee erlöste den Müller vom Säckeschleppen und wurde erst in unseren Tagen durch die pneumatische Förderung abgelöst.

Exhaustor
Ist ein Apparat zur Staubabsaugung.

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F

Fang
Siehe Bremse

Farbausleser
Eine Reinigungsanlage die das Getreide mit Photozellen abliest, und nicht Strukturgleiches Getreide (sprich Mutterkorn, Samen oder Streu) mit einem gezielten Luftstoß rausschießt.

Felge
Äusserer Kranz des Wasserrades.

Filterschrank
Ein Schrank in dem mehrere Schläuche aus Baumwolle hängen, durch die Schläuche strömt die Luft die benötigt wird um Stäube von Vermahlungsmaschinen abzusaugen. In dem Stoff der Schläuche bleiben dann die Staubpartikel hängen, die in einem gewissen Abstand durch ein Klopfholz automatisch abgeschlagen werden und nach unten abfallen, dort wird der Staub abgesackt.

Flügel
Siehe Spitze

Flügelwelle
Siehe Mühlenwelle

Flutwinde
Nachts durch den Windmüller ausnutzbare Luftströmung, wenn sich etwa ein frisch bestellter Acker nach Sonnenuntergang rascher abkühlt als ein nahe gelegenes Waldgebiet. Ähnliche Winde infolge unterschiedliche Wärmeverhältnisse fließen regelmäßig ebenfalls zwischen See und Land oder Berg und Tal.

Franzose
Hierbei handelt es sich um einen Naturmahlstein (Süßwasserquarz) der in La Ferte`Sous- Jouarre (Frankreich) gebrochen wurde. Die Steine wurden in einem Stück aber auch in Stücken gebrochen und dann zu einem Mahlstein zusammengesetzt.

Freischütte (Freigerinne)
Hier wird das überschüssige Wasser einer Wassermühle abgeleitet. FruchtputzereiTrennt Verunreinigungen vom Mahlgut.

Fugbalken
Haupttragebalken im Wendejoch einer Mühlenkappe.

Fuß
Längenmaß. Unter den mehr als 20 Fuß- Maßen des Deutschen Reiches galt in Schleswig- Holstein allgemein das "Hamburger Maß" mit 28,65 cm, unterteilt in 12 Zoll.

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G

Gaffelrad
(Gabel) Holz- oder Metallrad, welches durch Zug an einer nach unten hängenden endlosen Kette gedreht wird. Zum manuellen Vordrehen bei Windmühlenkappen oder zur Betätigung von Aufzügen eingesetzt.

Galerie
Bedienungsebene für Flügel und Bremse, wenn die Mühle so hoch gebaut ist, Daß die Flügelspitze vom Erdboden nicht mehr zu erreichen und zu bedienen ist.

Gemahl
Heißt das Mahlgut nach dem Durchlaufen des Schrot-, des Mahlganges oder des Walzenstuhls.

Gerbgang
Durch ihre Bearbeitung im Steinpaar des sogenannten Gerbganges wurden die harten Spelzen des Dinkels entfernt.

Gerinne
Kanal, der das Wasser zum Rad leitet.

Getreide Waschmaschine
Eine Maschine zum Waschen von Getreide.

Glück zu
Lautet der gepflegte Standesgruß der Müller und Mühlenbauer.

Göpel
Siehe Roßmühle.

Graupengang (auch Pellgang, Pellstein)
Einzelner Stein, von einem Lochblech umgeben. Gerste wird hier nicht zermahlen, sondern zu Graupen abgerollt.

Grobmüllerei
Allgemein üblicher Begriff für die Herstellung von Back und Futterschroten. Produkte die meistens nicht abgesichtet werden.

Grießputz-Maschine
Maschine zum Auslesen von gleich großen Grießteilchen.

Grundwerk
Gerinne, in dem das Wasserrad läuft.

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H

Haferquetsche
Siehe Quetsche.

Halslager
Das vordere Lager der Flügelwelle zwischen Wellkopf und Kammrad.

Handdienste
Pflicht der Mühlengäste zu Zeiten des Mühlenzwanges, bei Reparaturen an der Mühle zu helfen.

Hammermühle
Ist eine elektrische Mühle, wo das Getreide mit hoher Kraft durch Siebe geschlagen wird, mit dieser Art der Müllerei kann in kurzer Zeit eine große Menge Getreide vermahlen werden. Um die Schrotfeinheit zu verstellen, braucht man nur ein feineres oder gröberes Lochblech einzulegen.

Haube
Siehe Mühlenkappe.

Haue
Es gibt Balancierhauen (2-tlg.) und es gibt feste Hauen (2,3,4-tlg.) Die Haue überträgt die Drehung des Mühleisens auf den Läuferstein.

Heuer
Pacht, Pachtzahlung

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I

Innenkrühwerk
Vorrichtung zum Vordrehen der Windmühlenkappe vom Inneren des Gebäudes aus

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K

Kaff
Außenschichten der Getreidekörner.

Kamm
"Zahn" eines Rades im Mühlengetriebe.

Kammrad (bei Windmühlen auch Bremsrad)
Erstes Getrieberad einer Mühle mit axial angeordneten Kämmen (Durchmesser 2 - 3 Meter).

Kämme
Allgemeiner Begriff für "Zähne" im Mühlenbau.

Katzenstein
Halslager der Mühlenwelle aus einem weichen, ölhaltigen Schieferstein.

Kernen
Entspelztes (gerelltes) Korn (Dinkel)

Klappenflügel
Siehe Spitze.

Klappkasten
Verstellbares Weichenstück in Laufrohren (Mehlrohre).

Kleie
Äusseres Häutchen des Getreidekorns, enthält wertvolle Vitamine und Spurenelemente, wird beim Weissmehl nicht mitgemahlen.

Kleiekotzer
Eine aus Holz geschnitzte Fratze mit großen offenen Mund, die am Auslauf des Beutelkastens an der Vorderwand angebracht ist.

Klüver
Antriebsspindel für den Mahlgang.

Königswelle
Exakt in der Mitte des Rumpfes einer Holländermühle stehende Hauptwelle.

Kollergang
Ein aus 3 Steinen bestehender "Mahlgang". Auf einem flachen Stein als Unterlage laufen vertikal um eine gemeinsame Achse zwei Läufersteine, die durch ihr Eigengewicht Ölfrüchte oder Papierrohstoffe zerkleinern.

Konvent
Münzsorten, deren Legierung zwischen mehreren Staaten vereinbart sind.

Korn, Dinkel
Getreide mit Spelz (> Kernen) Weizen verliert den Spelz beim Dreschen

Kraushammer
Ein auf beiden Seiten viereckiger gekreuzter Hammer, zum Abschlagen von Erhöhungen auf dem Mahlstein vor dem Schärfen. Kronrad Siehe Bunkel.

Kroyring
Drehbahn der Mühlenkappe.

Krühen/Vordrehen
Das in-den-Wind-drehen der Mühle.

Krühwerk
Die verschiedenen Vorrichtungen dazu.

Kuchenbrecher
Maschine zum Zerkleinern der Rückstände aus der Ölgewinnung, des sogenannten Ölkuchens (ein nahrhaftes Viehfutter).

Kunststein
Auf ein Trägermaterial wird die Mahlfläche aus verriebenem Quarzgestein aufgetragen. Früher nur zum Futterschroten verwendet. Die wenigen noch existierenden Hersteller haben die Steinqualität soweit verbessert, daß auch Brotkornvermahlung möglich ist.

Kupe
Siehe Bütte.

Kurant
Gesetzliche Währung des eigenen Landes = kursierende Münzen.

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L

Läuferstein
Auch Oberstein genannt. Im Mahlgang /Schrotgang der sich auf dem Bodenstein drehende Mühlstein. Durch die Drehung dieses Steines wird das Getreide zwischen Läufer- und Bodenstein zerrieben.

Lichtewerk
Hebevorrichtung zum Verändern des Abstandes der Mühlsteine im Mahl- oder Schrotgang.

Liegende Welle
Siehe Mühlenwelle.

Lokomobile
Transportable Dampfmaschine; fand in der Landwirtschaft und auch als Mühlenantrieb im ausgehenden 19. Jahrhundert weite Verbreitung. Allein der Hersteller Lanz verkaufte bis zum Jahr 1895 mehr als fünftausend Maschinen.

Lorry (auch Lojerie)
Windbetriebener Sackaufzug.

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M

Magnet-Apparat
Ist ein kleiner Apparat der vor der Getreidereinigung sitzt, durch den Magnet - Apparat fließt das ungereinigte Getreide, eventuelle Eisenteile bleiben an dem Apparat hängen. Der Magnet muß ab und an rausgenommen und gesäubert werden.

Mahlbalken
Heißen die Flächen zwischen den Haupt- und Nebenfurchen der Mühlsteine.

Mahlgang
Eine Einrichtung zum Mahlen oder Schroten des Getreides. Er besteht aus einem unten liegenden Bodenstein und sich ein darauf drehenden Läuferstein.

Malter
Alter Getreidemass, 1 Malter = 4 Mütt

Matte (auch Metze)
Naturentlohnung des Müllers vor Einführung des Mahlgeldes.

Mattenkiste
Behälter zum Sammeln der Matte.

Maße und Gewichte
1 Metze = 1/16 Scheffel
1 Scheffel = 54,96 l = 55kg
1 Metze = 3,44kg
1 Quart = 1,136 l
1 Lot = 1/30 Pfund = 16,7g
1 Pfund = 500g
1 Zentner = 50kg
1 Doppelzentner = 100kg 1 Hamburger Fuß = 28,65 cm
1 Ruthe = 4,665 Meter
2 Himten Einfall = 1 Morgen = 120 Quadratruthen = 2 ar
1 Wispel = 48 Himpten = 24 Scheffel
1 Himten = 4 Spint oder Metzen = 16 Mühlenköpfen
1 Malter = 6 Himten = 3 Scheffel
1 Wichhimten =12 Scheffel
1 Himten =~ 21,5 Kg Roggen, 13,4 Kg Weizen
18,7 Kg Gerste, 13,6 Kg Hafer

Mehlpfeife
Eine Holzrutsche zum Absacken von Backschrot.

Metze
Siehe Matte.

Mischmaschine
Eine Maschine zum mischen von vielen Müllereiprdukten wie Mehl, Schrot, Futtermitteln usw.

Molinologie
Ist die Bezeichnung für die internationale Lehre von der Herkunft, dem Vorkommen, der Einrichtung und der Funktion besonders der alten Wind- und Wassermühlen.

Mühleisen
Verlängerung des Klüvers unterhalb des Mahlganges, trägt den Läuferstein.

Mühlenkappe (auch Haube)
Oberer drehbarer Teil einer Holländermühle mit Mühlenwelle, Kammrad und Bremse.

Mühlstuhl
Kräftiges Gestell über dem Getriebe, trägt das (die) Mahlwerk(e).

Mühlenwelle (auch liegende Welle)
a) bei Windmühlen die Flügelwelle b) bei Wassermühlen die Wasserradwelle.

Mülikorn
Getreide, dass früher dem Müller als Mahllohn zustand.

Mütt
Altes Getreidemass, ca. 100 Liter.

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N

Natursteine
Es gibt verschiedene Steinmaterialien wie den Sandstein, Süßwasserquarz, Trachit, Basalt, Granit und den Porphyr.

Netzschnecke
Förderschnecke mit Wasseranschluß, zum anfeuchten von Getreide vor z.B. dem Quetschvorgang bei Roggen damit er nicht bricht.

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O

Oberantrieb
In der Getreidemühle; Antrieb der Steingänge von oben.

Ortrute
Siehe Eckständer

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P

Paß
Siehe Bremse.

Pellgang
Siehe Graupengang.

Penlager
Das hintere Lager der Flügelwelle.

Plöuwe
Alter Ausdruck für Stampfe.

Poche
Stampfe ohne Mörser, die Stössel fallen auf die Bodenplatte.

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Q

Querne
Einfache Handmühle, Urform des Mahlganges. Mit der Entwicklung des Mühlenzwanges abgeschafft zugunsten der grund- und landesherrlichen Wasser- und Windmühlen.

Quetsche
Eine Maschine in der mit Hilfe von zwei Walzen, Getreideprodukte angequetscht werden, in der z.B. Haferflocken entstehen, Hafer für Pferdefutter angequetscht wird.

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R

Radschauer
Überdachter Anbau für das Wasserrad.

Radstuhl
Hölzerner Bock, auf dem das Wasserrad gelagert ist.

Radwelle
Bei Wassermühlen die große Antriebswelle, auf das sich das Wasserrad befindet. Ursprünglich in Holz, später in Metall.

Rbthl
Reichsbanktaler, nach 1813 von Dänemark eingeführte "Reform"- Währung von geringerem Wert als der "Courant- Thaler".

Regulator
Nimmt dem Müller die umdrehungsabhängige Verstellung des Abstandes von Läufer und Bodenstein ab (Fliehkraftgewichte).

Reibe
Kollergang mit konischem Läufer zum Zerkleinern von Textilfasern oder Öl-Pressgut

Reinigung
Sammelbegriff für eine Vielzahl von Maschinen, die zur Reinigung des Brotgetreides dienen.

Rellgang
Einrichtung zum Entpelzen (Rellen) von Dinkel im Unterschied zum Mahlgang mit grösserem Abstand zwischen den Steinen.

Rheinischer Stein (auch "Rhienscher")
Aus einem Stück gefertigter Basalt- Mahlstein. Herkunft: Die Eifel und Andernach am Rhein. Für Back- und Futterschrot.

Ritzel
Kleines metallenes Zahnrad.

Röndle
Siehe Rellgang.

Roßmühle (auch Göpel)
Ein mit Pferden betriebenes Mühlenwerk.

Rthl Courant
Abk. für Reichsthaler, das seit 1788 in Schleswig - Holstein gebräuchliche Zahlungsmittel im Barverkehr. Courant (von lat. Currere = umlaufen) 1 Thaler = 3 Mark a. 16 Schillinge.

Rückschlächtig
Radtyp, bei dem das Wasser auf die Rückseite des Rades geleitet wird; das Rad dreht sich gegen die Fliessrichtung des Wassers.

Rute
Ein Flügelkreuz besteht aus zwei Ruten, der Feldrute und der Hausrute. Früher gelegentlich aus einem Stück hergestellt, später im allgemeinen dreigeteilt in Bruststück und zwei Spitzen. Rutenwelle Siehe Mühlenwelle.

Rüttelschuh
Hin- und her gehende Rutsche, die das Getreide vom Trichter zu den Mühlsteinen befördert. Das dadurch entstehende Geräusch erzeugt das "Klappern der Mühle"

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S

Sägegatter
Maschine zum Aufsägen von Baumstämmen. A) Horizontalgatter mit einem waagerechten Blatt. Auch mit Windmühlen anzutreiben. B) Vollgatter mit verstellbaren senkrechten Blättern. Nur maschinell zu betreiben.

Sackaufzug
Mit Wind oder Transmission angetriebener Kettenaufzug zum hochziehen von Sackgut in Mühlen oder Speichern.

Sackklopf-Maschine
Durch ein rotierendes Schlägerwerk, werden gebrauchte Säcke von Staub und anderen Rückständen gereinigt.

Sandsieb
Ist ein Sieb mit Ca. 2-3mm Durchmesser, über das Sieb läuft vor der Reinigungsanlage das Getreide rüber, der eventuell vorhandene Sand und Staub fällt durchs Sieb und wird abgesackt.

Sandstein
An vielen Stellen Mitteleuropas wurde Sandstein zu Mühlstein verarbeitet. Durch ihren Abrieb nur zur Futterschroterei geeignet.

Sauggasmotor
Von den Müllern vielerorts wegen seiner schwierigen Handhabung auch als "Saugasmotor" beschimpft. Konkurrenzlos billige Antriebskraft für Mühlen. Preis 1902: 2/3 Pf. Pro PS. Funktion: Im Gaserzeuger (Generator) brennt ein Kohlefeuer. Ein Gemisch von Luft und Wasserdampf, durch die glühende Kohlensäule hindurchgesaugt, wandelt sich unter Zersetzung des Wasserdampfes in Verbindung mit dem Kohlenstoff des Brennmaterials in ein brennbares Gas. Die Saugwirkung muß beim noch Kalten Motor durch Ankurbeln erzeugt werden - eine schweißtreibende Angelegenheit, die den schlechten Ruf der Motoren begründete.

Saugschlauch-Filter
Siehe Filterschrank.

Schaufelkammern
Die Schaufeln bei ober- und rückenschlächtigen Rädern sitzen zwischen dem Wangen der Felgen und bilden Kammern, die sich mit Wasser füllen

Schälmaschine
Dient zum Abschälen der Holzfaser des Brotgetreides.

Schiffmühle
Schwimmende, am Ufer vertäute Mühle auf Flössen, vom Altertum bis ins 18. Jahrhundert gebräuchlich.

Schlegel
Überträgt rüttelnde Bewegung vom Mühlstein auf dem Rüttelschuh.

Schoren
Verbindungsbalken von den aus der Kappe herausragenden Spreetbalken zum unteren Ende des Steertes.

Schusskännel
Steil abfallendes Schlussstück des Gerinnes.

Schütttrichter
Hölzernes Gefäss zur Aufnahme des zu mahlenden Korns.

Sichten
Das Trennen verschiedenartiger Teile des Mahlgutes voneinander, etwa Kleie von Mehl und Grieß oder Mehl von Dunst. Die verschiedenen Teile zeigen entweder eine unterschiedliche Größe oder eine unterschiedliche Dichte.

Sichter
Die Sichtmaschinen haben die Aufgabe, das von den Mahlsteinen oder den Walzen zerkleinerte Getreide nach Größe und Feinheit zu sortieren und zu sichten. Als feinstes Produkt entsteht dabei der Dunst und das Mehl, das sofort abgezogen werden muß. Die gröberen Teile z.B. grober und feiner Grieß, Schrot und Kleie werden anschließend nochmals vermahlen und wieder gesichtet usw. Es gibt verschiedene Sichtertypen, wie z.B. Plansichter, Wurfsichter Zentrifugalsichter, Sechskantsichter, Bürstensichter, Rundsichter, Beutelkasten. Entwicklungsdaten: 1276 erste Sichtung mit Wollbeuteln 1502 erste mechanische Beutelkiste 1785 Erfindung des Sechskantsichter 1850 Erfindung des Zentrifugalsichter 1888 Erfindung des freischwingenden Plansichter. Ca. 1900 aufkommen des Wurfsichter Spanndienste Pflicht der Mühlengäste zu Zeiten des Mühlenzwanges, Materialfuhren (Steine, Wellen) zu leisten.

Speicher
Tragende Verbindungen zwischen Radnabe und Felgenkranz in Form von Brettern, Bohlen, Latten, Balken oder Eisenprofilen.

Spitzgang
Diente zum Abschälen der Holzfaser und des ölhaltigen Keimes vom Brotgetreide; Vorläufer der Schälmaschine.

Spreetbalken
Übernehmen die vom Steert ausgehende Kraft über die Schoren zum Drehen der Kappe.

Staubmühle (auch Windfege)
Einfache handbetriebene Getreidereinigung.

Strauberrad
Unterschlächtiger Radtyp mit radial abstehenden Brettschaufeln.

Steert
Von der Rückseite der Mühlenkappe zur Galerie oder bis zum Erdboden reichendes System von Balken. Der eigentliche Steert wird mit den Schoren an den Spreetbalken befestigt. Dient zum Drehen der Kappe in den Wind.

Steinauge
Runde Öffnung im Läufer, durch die das Mahlgut zwischen die Steine rieselt.

Steingang
Allgemeiner Begriff für Mahlwerkzeuge mit Steinen in der Getreidemüllerei. Unterschieden wird nach Mahlgang, Schrotgang und Graupengang.

Steinkran
Galgenartige Vorrichtung aus Holz, mit der der Läuferstein vom Gang abgehoben werden Kann (z.B. zum Schärfen).

Steinbicke
Ein flach zulaufender, scharfer handgeschmiedeter Hammer zum Einschlagen der Furchen und der Sprengschärfe auf den Mahlsteinen.

Steinsieb
Ist ein Sieb dessen Siebstärke ungefähr 0,8-1,2cm beträgt. Das Getreide fällt durch das Sieb und die größeren Steine bleiben liegen.

Stirnrad
Großes Getrieberad mit Kämmen an der Stirnseite, Verteiler für die verschiedenen Kraftabnahmen. Æ =2,5-3,5 Meter.

Stockmühle
Kleine Mühle mit waagrechtem Wasserrad

Stockrad
Aus zwei Scheiben bestehendes Getrieberad passend zum Stirnrad. Hier heißen die Kämme "Stöcke" Æ =0,9-1,1 Meter.

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T

Transmission
Eine lange Welle die einen Zentralen in den Umdrehungen gleichmäßigen Antrieb hat. Von der Welle aus können nun mittels Riemenscheiben die auf die Welle geschraubt werden über Treibriemen andere Maschinen angetrieben werden.

Transport-Schnecke
Ist eine konische (Archimedische) Schnecke mit der Getreide, Mehle, Schrote oder aber auch Wasser in allen Lagen über längere Strecken transportiert werden können.

Trichter
Auf dem Mahlgang / Schrotgang befindliche Einfüllvorrichtung, die als Auffangbehälter für eine bestimmte Menge Getreide dient.

Trieur
Rundkornausleser, trennt die runden Unkrautsamen von den länglichen Getreidekörnern, 1844 in Frankreich erfunden.

Turbine
Die kleinen waagerechten Wasserräder der Stockmühlen standen Pate bei der Entwicklung von Strömungsmaschinen, die im Vergleich zum Wasserrad eine höhere Ausnutzung der Wasserkraft erlauben. Durch die schnell laufende Turbine konnte das kraftschluckende Übersetzungsverhältnis des langsam laufenden Wasserrades zu den Mahlgängen und den anderen Müllereimaschinen reduziert werden.

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U

Unterschlächtig
Radtyp, bei dem das Wasser unterhalb der Achse durchströmt

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V

Viertel
Altes Getreidemass, ¼ Mütt, ca. 25 Liter.

Vorbehälter
Ist wie ein kleiner Silo der z.B. vor den Mahlgang gesetzt werden kann damit man nicht ständig neues Sackgut nachschütten muß, wenn man einen größeren Posten vermahlen will.

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W

Walzenstuhl
Nachfolger des Steinmahlganges. Das Getreide wird über zwei geriffelte, mit unterschiedlicher Geschwindigkeit gegeneinander laufende Metall oder Porzellanwalzen vermahlen.

Wasserrad
a.) oberschlächtig ("schlächtig" von Aufschlagen des Wassers auf die Schaufeln): Zuführung des Betriebswassers durch ein oberhalb des Rades liegendes Gerinne. Das Wasser wirkt in der Hauptsache durch sein Eigengewicht. b.) unterschlächtig: Das Wasser wirkt durch die Strömungsgeschwindigkeit auf die unteren Schaufeln des Wasserrades. C.) mittelschlächtig: Wie unter a), nur trifft das Wasser etwa in Höhe der Achse auf das Rad. Hier werden durch einen entsprechenden Wasserumlauf das Eigengewicht und die Strömungsgeschwindigkeit ausnutzen.

Währungen
1 Schilling = 12 Pfennige 1 Mark Lübisch = 16 Schilling 1 Gulden = 24 Schilling = 1 1/2 Mark 1 Reichstaler = 2 Mark Lübisch = 32 Schilling Lü. 1 Reichstaler = 24 Gutegroschen = 36 Mariengroschen, später 30 Silbergroschen 1 Groschen = 12 Pfennige

Wehr
Verbauung in einem Gewässer, um einen Teil des Wassers in den Mühlenkanal zu leiten.

Wellbaum
Kräftige hölzerne Achse des Wasserrades.

Wellkopf
Auch Achskopf. Vorderer, aus dem Dach ragender Teil der Flügelwelle, in welchen die Flügel befestigt sind. Ursprünglich in Holz, später in Gußeisen gefertigt.

Wellzapfen
Metall- oder Holzzapfen zur Lagerung von Wellen.

Wendelbaum
Siehe Wellbaum

Windrose
1745 und 1750 in England und Schottland erfundenes Windrad zum automatischen in- den- Wind- drehen von Windmühlenkappen. Übersetzung: 1:1000 - 1:2000

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Z

Zargerunder
Kasten, der das Mahlwerk umschliesst und das am Umfang der Steine austretende Mehl auffängt.

Zellen des Rades
Siehe Schaufelkammern

Zentrifugalkraft
Fliehkraft, befördert das Mahlgut zwischen den Steinen nach aussen Zoll Längenmaß: 1/12 des "Hamburger Fuß" = 2,39 Zentimeter.

Zuppingerrad
Unter- bzw. mittelschlächtiger Radtyp; Eisengerüst mit gekrümmten Schaufelträgern, auf die hölzerne Schaufelbretter montiert sind.

Zwickstell
Siehe Galerie

Zyklon
Ist ein Apparat zur Staubabsaugung.

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