Der 5. Bauabschnitt
ist beendet

Mit dem Einsetzen der beiden 25.8 m langen Stahlruten in den gusseisernen Wellenkopf und der Montage der vier Flügelgatter aus skandinavischem Lärchenholz hat sich das Vereinsmotto "Die Flügel sollen sich wieder drehen" erfüllt. Nachdem seit 1916 zuletzt mit Windkraft gemahlen wurde, ist nun exakt 100 Jahre später der alte Zustand wieder hergestellt.

Der Mühlenverein Lohmühle wird gefördert von der:

NRW-Stiftung

Geschichte

Die Geschichte der Lohmühle Baerl

Wer von Binsheim her die weiten Ackerflächen der Niederung durchschreitet oder vom Rheindeich ins Land schaut, dem zeigt sich in der Ferne mit herausragendem Flügelkreuz die Lohmühle von Lohheide. Vielen Generationen vertraut, steht sie dort als Turmwindmühle seit 1834 an geschichtsträchtigem Ort, nachdem ihre Vorgängerin, eine bereits 1719 als „Cönigliche Wint- und Rossmühlen erwähnte Bockwindmühle, bei einem Herbststurm im Jahre 1832 zerstört worden war.

Eine alte Skizze von etwa 1550 und Karten von Mercator und van Heurdt lassen erkennen, dass es in der davor liegenden Zeit an dieser Stelle schon zwei Mühlen gegeben hat, nämlich eine an der damals wasserreichen „Law", dem Lokbach, gelegene Wassermühle, in der Eichenrinde zu Gerberlohe gemahlen wurde und eine Bockwindmühle, die als Getreidemühle diente. Bereits aus dem Jahr 1412 wird vom Verkauf einer „Baerlschen Windmühle" durch Wilhelm von Ypelaer an den Grafen Engelbert von Nassau berichtet, wobei angenommen werden darf, dass es sich um eine der frühen Vorgängerinnen der heutigen Lohmühle gehandelt hat.

Jahr 1902

In alten Aufzeichnungen ist über Streitigkeiten wegen der Bemessung des Mahllohnes nachzulesen, den der Müller als sogenanntes Mulfter oder Molter vom Getreide einbehielt. So kam es zur Zeit des Müllers Derck Cleve dazu, dass die durch schlechte Erfahrungen in ihrem Misstrauen gegenüber dem Müller bestärkten Bauern bei der Obrigkeit um Genehmigung zur Errichtung einer Korn- und Mehlwaage nachsuchten. Im Jahre 1719 verpflichteten sich laut Urkundenabschrift 151 Mahlgenossen aus Eversael, „Beinsheim", Baerl, „Veir Baumer Heydt", Üttelsheim, Hoch- und Niederhaien sowie Bornheim und „Ryncamp" dazu, gemeinsam auf ihre Kosten ein Waaghaus zu bauen. Dieses Vorhaben wurde noch im gleichen Jahr in die Tat umgesetzt, so dass Korn und Mehl hinfort nach genauem Gewicht geliefert werden mussten.

Der letzte Müller, Johann Hilgenpahl, genannt Möller Jan, kam um 1890 als Müllergeselle auf die Mühle und kaufte diese 1902 vom Vorbesitzer Damscheu. Nach dem Verlust der Mühlenflügel im Jahre 1916 stellte man den Mahlbetrieb auf Motorkraft um. Als der Müller Hilgenpahl 1955 starb, führte seine Tochter, Käte Hilgenpahl, die Familientradition als Müllerin fort, bis es 1960 durch die Umstände der Zeit zum Stillstand der Mühlsteine kam.

Käte Hilgenpahl 1958

Zur Erhaltung der Mühle und ihres heute noch betriebsfähigen Mahlwerkes führte die damalige Gemeinde Rheinkamp 1974 / 75 eine umfassende Restaurierung durch, wobei die Mühle auch wieder mit neuen Flügeln ausgestattet wurde.

Heute steht sie unter Denkmalschutz und gibt als ein sichtbares Stück heimatlicher Kulturgeschichte Zeugnis von jenen Tagen, in denen sich noch die Windmühlenflügel drehten und das Korn für unser täglich Brot durch die Hände des Windmüllers ging.

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